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Ratgeber
Die Reihenfolge ist bei jedem Metall dieselbe. Was sich unterscheidet, sind Korn, Geschwindigkeit und die Frage, ob überhaupt geschliffen werden darf.
Metall polieren heißt: eine Oberfläche so weit glätten, dass sie das Licht gerichtet zurückwirft statt es zu streuen. Der Weg dorthin ist immer derselbe – reinigen, entfetten, über Körnungen schleifen, vorpolieren, hochglanzpolieren, schützen.
Was sich von Metall zu Metall ändert, sind drei Dinge: wo die Körnungsreihe beginnt, wie schnell die Scheibe laufen darf, und ob überhaupt Material abgetragen werden darf. Dieser Artikel liefert das Regelwerk. Die Anleitungen für die einzelnen Metalle stehen jeweils in eigenen Beiträgen, auf die hier verwiesen wird.
Diese Kette beschreiben Fachquellen übereinstimmend, und sie ändert sich nicht, egal ob Aluminium, Edelstahl oder Messing vor dir liegt.
GRENZE MESSBAR Grob geschliffen liegt bei einer Rautiefe von 1,6 bis 6,3 Mikrometer, fein geschliffen bei 0,4 bis 0,8, poliert unter 0,1. Das ist die einzige belastbare Definition, wo Schleifen endet und Polieren beginnt.
Was sich unterscheidet, lässt sich in einem Satz je Metall zusammenfassen. Die ausführlichen Anleitungen stehen dahinter.
Weich, schmiert beim Schleifen und leitet Wärme etwa viermal so gut ab wie Metalle auf Eisenbasis. Deshalb höhere Geschwindigkeiten, feuchtes Arbeiten im Feinbereich und eine lange Körnungsreihe. Der komplette Ablauf steht in der Anleitung zum Aluminium polieren.
Härter, verträgt weniger Geschwindigkeit und reagiert auf Wärme mit Anlauffarben, die eine Gefügeveränderung anzeigen. Zusätzlich gilt: Werkzeug, das vorher an normalem Stahl war, hat an Edelstahl nichts verloren. Details im Beitrag über das Polieren von Edelstahl.
Weich wie Aluminium, aber empfindlich gegen Säuren, weil Zink aus der Legierung gelöst wird. Setzt Schleifmittel schnell zu. Mehr dazu beim Polieren von Messing.
Die Ausnahme von der ganzen Kette. Eine dekorative Chromschicht liegt unter einem Mikrometer; geschliffen wird hier nie, poliert nur mit feinem Korn und wenig Druck. Was das bedeutet, steht beim Polieren von Chrom.
In den verbreiteten Metall-Übersichten taucht Chrom nur in der Aufzählung auf und wird dann nicht behandelt. Das ist gefährlich, weil es die gegenteilige Behandlung braucht als alle anderen.
Dieser Abschnitt ist der wichtigste des Artikels, weil er einem verbreiteten Irrtum widerspricht.
Polierpasten werden farbig verkauft – schwarz, braun, grün, blau, rosa, weiß – und es kursiert die Vorstellung, die Farbe stehe für eine Körnung. Das stimmt nicht. Drei Fachanbieter nennen für dieselben Farben unterschiedliche Reihenfolgen und unterschiedliche Materialzuordnungen.
Ein Hersteller führt Braun als Vorpolitur und Blau als Abklärstufe. Ein zweiter beginnt mit Schwarz und endet bei Ocker. Ein dritter ordnet Grün dem Edelstahl zu, während es beim ersten eine mittlere Stufe für alles ist.
DER EHRLICHE SATZ Die Farbe einer Polierpaste ist Herstellersache, keine Norm. Verlass dich auf die Körnungs- oder Stufenangabe, nicht auf den Farbton.
Praktisch heißt das: Bleib innerhalb einer Produktlinie, wenn du eine Reihe aufbaust. Und misch nie zwei Pasten auf einer Scheibe – Reste der groben Stufe erzeugen auf der Feinscheibe genau die Kratzer, die du gerade entfernen wolltest. Je Paste eine eigene Scheibe, je Metall ein eigener Satz.
Welche Angaben auf einer Dose dagegen wirklich etwas bedeuten und wie du Lack- von Metallprodukten trennst, steht in der Kaufberatung zu Polierpasten.
Zwei Zahlenbereiche entscheiden über das Ergebnis, und beide streuen in den Quellen.
Für Metall allgemein nennen die Quellen P80 bis P320 als groben Bereich und P400 bis P2000 als feinen. Bei Edelstahl beginnt man für Schweißnähte bei Korn 36 bis 60, für den Vorschliff bei 80 bis 120 und schließt mit 320 bis 400 ab. Bei Aluminium ist 80 der grobe Einstieg, 400 nimmt die Oxidschicht, ab 800 beginnt der Übergang zur Politur.
Die wichtigere Regel ist der Abstand zwischen zwei Stufen. Ein Dienstleister formuliert es als Faustzahl: Die Körnung darf von Schritt zu Schritt um höchstens 100 steigen. Wie die Körnungssysteme aufgebaut sind und warum die genormte Reihe bei P2500 endet, steht in der Übersicht zu Schleifpapier-Körnungen.
Am Polierbock wird in Umfangsgeschwindigkeit gerechnet. Für Edelstahl nennen die Quellen 30 bis 35 Meter je Sekunde, für Aluminium 30 bis 60, ein Dienstleister generell 20 bis 30. Die Spanne ist also breit; sicher ist die Regel, dass Aluminium mehr verträgt als Edelstahl.
Umgerechnet auf Drehzahlen nennt derselbe Dienstleister eine brauchbare Tabelle: 100 Millimeter Scheibendurchmesser 4.000 bis 6.000 Umdrehungen, 150 Millimeter 2.500 bis 4.000, 200 Millimeter 1.900 bis 3.000, 250 Millimeter 1.600 bis 2.400 und 300 Millimeter 1.300 bis 1.900.
Die Körnungen selbst gibt es als Klettscheiben bei den Schleif- und Polierscheiben. Für die Handmaschine gilt: eher langsam beginnen und beobachten. Welche Teller und Aufsätze zu welcher Maschine passen, steht bei den Polieraufsätzen für Bohrmaschine und Akkuschrauber.
Die Entscheidung hängt weniger vom Metall ab als von der Form des Werkstücks.
Von Hand beginnt der Feinweg mit Nassschleifpapier ab 600 oder 800 und geht über in Polierpaste auf dem Tuch, mit häufigem Tuchwechsel. Als Orientierung nennt eine Quelle: Ab Körnung 1000 schleifst du kaum noch, du polierst bereits.
Der Vorteil der Hand wird unterschätzt. Sie ist langsamer, aber du spürst, wenn Material warm wird oder eine Beschichtung dünn wird – und genau das entscheidet über Erfolg oder Schaden. Für die Handanwendung eignen sich feste Polituren, die nicht auf dem Tuch verlaufen; der Überblick steht bei der Metallpolitur für Alu, Edelstahl und Chrom.
Zur Sicherheit kommen zwei Punkte, die auf den meisten Ratgeberseiten fehlen. Aluminiumstaub unterhalb von etwa 500 Mikrometern Korngröße bildet mit Luft ein zündfähiges Gemisch; beim Schleifen gehört deshalb eine Absaugung dazu, bevorzugt nass. Und Polierabfall wird heiß – im geschlossenen Behälter besteht Schwelbrandgefahr.
Schutzbrille und Atemschutz nennen alle geprüften Fachquellen übereinstimmend. Beim Schleifen von hochlegierten Stählen kommt Atemschutz mindestens der Klasse P2 dazu, weil der Staub Chrom- und Nickelverbindungen enthält.
Kein Ratgeber zu diesem Thema nennt ein Abbruchkriterium. Hier sind vier, und sie sparen viel vergebliche Arbeit.
In diesen Fällen bleiben drei Wege: konservieren und leben lassen, neu beschichten lassen, oder das Teil ersetzen. Welcher davon sich lohnt, ist eine Kostenfrage. Zur Größenordnung: Für das Polieren eines Alufelgensatzes nennen Dienstleister 150 bis 500 Euro, bei aufwendigen Designs bis 1.000, für eine Motorradfelge 100 bis 300 Euro.
Schleifen trägt Material ab und erzeugt eine Struktur, Polieren glättet die vorhandene Oberfläche mit geringem Abtrag. Messbar liegt die Grenze bei einer Rautiefe von etwa 0,1 Mikrometer: Darüber ist es Schliff, darunter Politur.
Das hängt vom Ausgangszustand ab. Für eine nur angelaufene Fläche reicht die Politur allein. Für Riefen beginnst du bei P400 bis P600 und arbeitest dich nach oben. Tiefe Schäden verlangen einen Einstieg bei P80 bis P120 – und dann den ganzen Weg zurück.
Das ist nicht genormt. Verschiedene Hersteller ordnen denselben Farben unterschiedliche Körnungen und Materialien zu. Verlass dich auf die Stufenangabe des Herstellers und bleib innerhalb einer Produktlinie.
Grob gilt: Sisal und Sisal-Nessel zum Vorpolieren, Baumwolle oder Nessel für die mittlere Stufe, Molton oder Flanell zum Abklären. Für Aluminium sind in der Regel drei Arbeitsgänge nötig, für Edelstahl oft zwei. Jede Scheibe bleibt bei ihrer Paste.
Ja, wenn es draußen steht. Blankes Aluminium und Messing laufen innerhalb von Wochen wieder an, Edelstahl bildet seine Passivschicht zwar selbst, sammelt aber Fingerabdrücke und Wasserflecken. Eine Versiegelung verlängert das Ergebnis erheblich.
Kurzfristig sieht es besser aus, planbar ist es nicht. Die Abrasivität von Zahnpasta ist nicht angegeben und schwankt je Produkt. Auf dünnen Schichten wie Chrom oder auf einem Schliffbild richtet sie mehr Unordnung an, als sie beseitigt.
Nein. Der Hersteller bewirbt das Produkt selbst als Reiniger und Korrosionsschutz, nicht als Politur. Es enthält kein Schleifkorn und kann deshalb Anlaufschichten lösen, aber keine Kratzer beseitigen.